Was für ein denkwürdiger Handballabend im Bergischen Land: Die Zweitliga-Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath haben für die faustdicke Überraschung im DHB-Pokal gesorgt. Mit einer taktisch herausragenden, kämpferisch leidenschaftlichen Vorstellung bezwang die Mannschaft von Cheftrainer Lars Faßbender den favorisierten Erstligisten TuS Metzingen am Mittwochabend völlig verdient mit 34:32 (18:15) und buchte damit das Ticket für das Viertelfinale.
Furioser Blitzstart überrollt die „TuSsies“
Von der deutlichen Testspiel-Niederlage aus der Sommervorbereitung war keine Spur mehr zu sehen. Mit enormer körperlicher Frische und Aggressivität kaufte der Außenseiter dem Favoriten früh den Schneid ab.
Rechtsaußen Dana Uhtes eröffnete den Torreigen, ehe Nele Spengler und die treffsichere Patricia Nikolić per Doppelschlag auf 4:1 (5.) erhöhten. Rückhalt bot dabei einmal mehr Torfrau Liv-Stine Eckardt, die mit Glanzparaden in Serie den Grundstein für die frühe 7:3-Führung (10.) legte. Zwar kämpften sich die Gäste aus dem Ermstal zwischenzeitlich auf 9:9 heran, doch der HSV behielt kühlen Kopf. Angeführt von einer unbändigen Maira Völker, Nele Spengler per Kempa-Treffer zum 13:10 und Rückraum-Ass Deborah Spatz erspielten sich die Gräfratherinnen bis zur Halbzeitsirene eine verdiente 18:15-Führung.
Bollwerk Eckardt und Spatz-Show auf dem Weg zur Sensation
Direkt nach Wiederanpfiff untermauerte der HSV seine Ambitionen: Liv-Stine Eckardt entschärfte direkt einen Siebenmeter der Gäste, und Deborah Spatz schweißte das Spielgerät in den Winkel. Die Partie entwickelte sich vor einer begeisterten Kulisse zu einem echten Pokalfight, in dem der Zweitligist stets den Ton angab.
Als Kreisläuferin Emma Schwitzer auf 21:17 (36.) stellte und Deborah Spatz mit Nerven aus Stahl per Strafwurf auf 26:21 (42.) bzw. 27:21 erhöhte, geriet die Erstliga-Bank ins Wanken. Maira Völker legte in der 46. Minute das 29:22 nach – die Klingenhalle stand kopf.
Nervenstärke in der Crunchtime macht das Viertelfinale perfekt
In den letzten zehn Minuten warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne und stellten auf eine offene Manndeckung um. Als Metzingen 70 Sekunden vor dem Ende auf 33:31 verkürzte, drohte die Partie noch einmal zu kippen. Doch der HSV wankte nicht: Liv-Stine Eckardt krönte ihre bärenstarke Leistung mit ihrer 16. Parade, ehe die überragende Deborah Spatz (insgesamt 10 Treffer) 21 Sekunden vor der Sirene vom Kreis das erlösende 34:31 markierte. Der letzte Metzinger Treffer mit dem Schlusspfiff ging im ohrenbetäubenden Solinger Jubel unter.
„Ich hatte nie das Gefühl, wir würden den Faden verlieren, und habe von der ersten Minute an fest an den Sieg geglaubt“, brachte Leistungsträgerin Maira Völker die Gräfrather Entschlossenheit nach Abpfiff auf den Punkt.
Mit diesem Meilenstein steht der HSV Solingen-Gräfrath im Viertelfinale des DHB-Pokals (14./15. November) und hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, zu welchen Glanztaten dieses Team mit Herz, Teamgeist und taktischer Reife fähig ist.
Spieldaten:
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HSV Solingen-Gräfrath – TuS Metzingen 34:32 (18:15)
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HSV Solingen-Gräfrath: Spatz (10/2), Spengler (6), Völker (5), Schwitzer (3), Pickrodt (3), Brandt (3), Nikolić (2), Gutzeit (1), Uhtes (1), Vallo, Kamen, Souza, Heimann, D. Kujovic; Eckardt (17 Paraden), Steffen.
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Spielfilm: 4:1 (5.), 7:3 (10.), 9:9 (18.), 13:10 (23.), 18:15 (Halbzeit) | 21:17 (36.), 27:21 (43.), 29:22 (46.), 31:25 (50.), 33:29 (56.), 33:31 (59.), 34:32 (Endstand).
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