Erster Dämpfer der Saison: HSV unterliegt nach starker erster Hälfte beim HC Rödertal mit 26:32

13.09.2026

Im vierten Pflichtspiel der Saison 2026/27 hat es die Zweitliga-Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath erstmals erwischt: Beim ambitionierten Aufstiegsanwärter HC Rödertal musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Lars Faßbender am Samstagabend mit 26:32 (12:12) geschlagen geben. Nach einem taktisch disziplinierten ersten Durchgang auf Augenhöhe verlor der HSV nach der Pause den defensiven Zugriff und scheiterte letztlich an der eigenen Chancenverwertung.

Konzentrierter Beginn und gerechtes Remis zur Pause

Die Solingerinnen traten die rund 600 Kilometer weite Reise nach Sachsen personell fokussiert an: Bis auf Torhüterin Louisa Steffen reiste keine Akteurin aus dem Nachwuchs mit, da die A-Jugend zeitgleich ihren Bundesliga-Auftakt bestreitet. Auf der Platte fand der HSV dennoch direkt die richtige Einstellung. Lars Faßbender überraschte taktisch, indem er Jennifer Souza im rechten Rückraum aufbot und Emma Schwitzer im Abwehrzentrum brachte.

Besonders Kreisläuferin Sophie Pickrodt setzte in der Anfangsphase Akzente, sie brachte den HSV nicht nur mit 1:2 in Führung, sondern erzielte auch den 3:3 Ausgleich. In einem intensiven Duell schenkten sich beide Abwehrreihen nichts. Als Vanessa Brandt per sehenswertem Kempa-Trick zum 8:8 (17.) ausglich, blieb die Partie völlig offen. Gestützt auf eine sichere Liv-Stine Eckardt im Kasten hielt Solingen voll dagegen und belohnte sich Sekunden vor dem Halbzeitpfiff: In Überzahl traf Dana Uhtes von Rechtsaußen zum verdienten 12:12-Pausenstand.

Rödertals Temposchub bricht den Bann

Mit Beginn des zweiten Durchgangs übernahmen jedoch die Gastgeberinnen das Kommando. Die „Rödertalbienen“ agierten mit deutlich mehr Zug zum Tor und nutzten selbst personelle Unterzahlsituationen konsequent aus. Beim HSV schlichen sich derweil ungewohnte Abstimmungsprobleme in der Deckung ein. Im Angriff vergaben die Klingenstädterinnen nun freie Gelegenheiten, darunter einen Strafwurf von Nele Spengler gegen Rödertals eingewechselte Torhüterin Anja Rossignoli. Über 15:13 (33.) zogen die Sächsinnen bis zur 41. Minute auf 20:17 davon.

Spatz stemmt sich gegen die Niederlage

In der Folge versuchte der HSV alles, um den Anschluss wiederherzustellen. Vor allem Deborah Spatz übernahm Verantwortung, setzte sich im Eins-gegen-Eins durch und verwandelte auch von der Siebenmeterlinie. Doch Rödertal fand vor heimischer Kulisse stets die passende Antwort. Begünstigt durch Paraden der zurückgekehrten Larissa Schutrups baute der Favorit den Vorsprung weiter aus (26:22, 50.).

Zwei Auszeiten von Lars Faßbender in der Schlussphase brachten keine Wende mehr. Gegen die Wurfqualitäten von Arwen Gorb und Anna Frankova fand der HSV in den letzten zehn Minuten keine Mittel mehr, sodass am Ende eine deutliche 26:32-Auswärtsniederlage zubuche stand.

Trotz des ersten Punktverlusts der noch jungen Spielzeit zeigte der HSV Solingen-Gräfrath über weite Strecken, dass er mit den Spitzenteams der Liga mithalten kann, muss sich jedoch für die kommenden Aufgaben eine konsequentere Chancenverwertung über die vollen 60 Minuten erarbeiten.

Spieldaten:

  • HC Rödertal – HSV Solingen-Gräfrath 32:26 (12:12)

  • HSV-Aufgebot: Spatz, Brandt, Spengler, Souza, Uhtes, Pickrodt, Schwitzer, Müller, Nikolić; Eckardt, Steffen.

  • Schiedsrichter: Linker / Blümel

  • Spielfilm: 1:2 (3.), 4:5 (10.), 8:8 (17.), 11:11 (26.), 12:12 (Halbzeit) | 16:13 (35.), 20:17 (41.), 23:21 (48.), 27:22 (51.), 30:25 (58.), 32:26 (Endstand).

Foto: HC Rödertal

Unter diesem Artikel findet ihr den Video- Spielbericht  

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