Von Solingen nach China: HSV-Talent Hannah Gutzeit bei der U20 WM in Jinzhong

23.06.2026

Vom 24. Juni bis zum 5. Juli 2026 blickt die Handballwelt nach Jinzhong (China): Die weibliche U20-Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Mit im hochkarätigen Aufgebot des Deutschen Handballbundes (DHB) ist HSV Rückraum-Ass Hannah Gutzeit. Sie vertritt die Farben des HSV Solingen-Gräfrath auf der großen internationalen Bühne.  

Bundestrainer Christopher Nordmeyer hat nach einer intensiven Vorbereitungs- und Sichtungsphase seinen endgültigen 16-köpfigen Kader für das Turnier-Highlight in Asien nominiert. Die Nominierung ist ein echtes Qualitätsmerkmal, wie der Coach betont: 

„Aus 40 Spielerinnen haben wir 16 aus einem großartigen Kader ausgesucht. Viele Entscheidungen waren sehr knapp und sind uns wegen der enormen Breite und Qualität sehr schwergefallen.“ 

Umso stolzer ist der HSV, dass sich Hannah Gutzeit im harten Konkurrenzkampf durchgesetzt hat und das begehrte WM-Ticket lösen konnte.  

Mit Europameister-Gen und neuen Herausforderungen nach Asien

Dass mit der deutschen Mannschaft in China absolut zu rechnen ist, steht außer Frage. Der Kader strotzt vor Qualität: Insgesamt zwölf der nominierten DHB-Talente, darunter auch Hannah Gutzeit, feierten im vergangenen Sommer den sensationellen Gewinn der U19-Europameisterschaft in Podgorica.  

Doch die Karten werden neu gemischt. „Man gewinnt nicht allein nur einen Titel, wenn man sagt: ‚Wir sind vor einem Jahr Europameister geworden‘“, dämpft Bundestrainer Nordmeyer bewusst die Erwartungen. Wie dicht die Weltspitze beieinanderliegt, zeigte sich erst vor einer Woche zum Abschluss des Vier-Nationen-Turniers in Hannover. Dort endete die seit Oktober 2024 anhaltende niederlagenlose Zeit der DHB-Auswahl mit einer knappen 29:30-Niederlage gegen den Dauerrivalen und Vize-Europameister Spanien. „Es war wichtig, dass wir in der Vorbereitung gegen richtig gute Mannschaften gespielt haben. Wir haben gezeigt, was wir können, und was wir noch besser machen können“, so Nordmeyer.  

Zusätzlich muss das Team einen schweren emotionalen Dämpfer verkraften: Leistungsträgerin Lara Däuble fällt verletzungsbedingt (Handverletzung) für die WM aus. Für die Spielerinnen bedeutet dies, dass die Struktur im Angriff angepasst werden muss. Der Bundestrainer sieht darin aber auch eine Chance: „Wir müssen die Variabilität im Angriff anheben, die Qualitäten der anderen nach vorn bringen. Damit sind wir für unsere Gegner eine Blackbox.“

Das Abenteuer China: Aklimatisierung und der WM-Fahrplan

Die anderthalb Wochen in Jinzhong werden ein echtes Abenteuer, nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch. Große Hitze, weite Wege und die ungewohnte Ernährung fordern die Mannschaft. Schon im finalen Trainingslager in Barsinghausen hat sich das Team durch frühes Aufstehen und Schlafengehen an die Zeitverschiebung herangetastet, bevor am Freitag der Flieger von Frankfurt aus Richtung Fernost abhob.  

Ihre internen Ziele haben die Spielerinnen gemeinsam mit Teampsychologin Katja Schülke bereits gesteckt. In der Vorrunden-Gruppe C will die Mannschaft mit einer weißen Weste den Einzug in die Hauptrunde perfekt machen, wo dann erneut Brocken wie Südkorea oder Spanien warten könnten. Nur die besten zwei Mannschaften der Gruppe qualifizieren sich für die nächste Phase. 

Hannah Gutzeit hat viel Selbstvertrauen getankt und die Reise nach China gut überstanden: „Ich habe mich sehr über die Nominierung zur WM freut. Es ist wirklich etwas Besonderes, Deutschland bei so einem großen Turnier vertreten zu dürfen. Unser Ziel ist es, vorne wieder mitspielen zu können. In den letzten Wochen der Vorbereitung haben wir uns weiterentwickelt und sind immer besser geworden, sodass ich sehr zuversichtlich in das Turnier gehe.

China ist für mich ein völlig neues und anderes Land. Nachdem wir die lange Reise gut überstanden haben, konnten wir schon erste spannende Eindrücke sammeln. Alle Menschen sind hier sehr freundlich und im Vergleich zu Deutschland wirkt vieles deutlich größer. Jetzt freue ich mich sehr auf das Turnier und kann gar nicht abwarten, bis es losgeht.“

Für alle Fans, die Hannah und das deutsche Team aus der Heimat anfeuern wollen: Alle WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden live vom Streamingdienst Dyn übertragen.  

Die Gruppenspiele der deutschen Auswahl im Überblick (deutsche Anwurfzeiten):

  • Mittwoch, 24. Juni 2026, 10:15 Uhr: Deutschland vs. Brasilien  
  • Donnerstag, 25. Juni 2026, 10:15 Uhr: Deutschland vs. Kanada  
  • Samstag, 27. Juni 2026, 12:30 Uhr: Deutschland vs. Rumänien  

Wir wünschen Hannah und dem gesamten deutschen Team eine erfolgreiche Weltmeisterschaft, verletzungsfreie Spiele und das nötige Quäntchen Glück.

Foto: Kenny Beele / Bildmontage HSV

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