Es war ein Karsamstag zum Vergessen für den HSV Solingen-Gräfrath. Beim Gastspiel in der Berliner Sömmeringhalle kassierten die Gräfratherinnen eine deutliche 35:22 (21:9)-Niederlage gegen die Füchse Berlin. Während die erste Halbzeit einem sportlichen Offenbarungseid glich, zeigte die Mannschaft in den zweiten 30 Minuten zumindest eine Reaktion und bewies Moral.
Die Partie begann zunächst ausgeglichen. Patricia Nikolić konnte in der dritten Minute zum 2:2 ausgleichen, und nichts deutete auf den folgenden Einbruch hin. Doch was sich ab der zehnten Minute abspielte, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Die Berlinerinnen, angeführt von einer überragenden Lucy Gündel, nutzten jede Unkonzentriertheit des HSV gnadenlos aus.
Innerhalb von nur zehn Minuten zog Berlin von 10:5 auf 15:5 (19. Minute) davon. Die Defensive des HSV fand keinen Zugriff auf die wurfgewaltigen Rückraumspielerinnen der Gastgeberinnen, und im Angriff scheiterte man immer wieder an der starken Zoe Ludwig im Berliner Tor oder am eigenen Wurfglück. Zudem wurde HSV Top-Torjägerin Deborah Spatz aufgrund einer Verletzung schmerzlich vermisst. Zur Pause leuchtete ein deprimierendes 21:9 auf der Anzeigetafel. Die Vorentscheidung war zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen.
Cheftrainer Jonas Schlender schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn der HSV kam deutlich gefestigter aus der Pause. Zwar blieb der Rückstand aufgrund der Hypothek aus dem ersten Durchgang uneinholbar, doch das Team ergab sich nicht seinem Schicksal.
In der Defensive zeigte Katja Grewe nach ihrer Einwechslung mehrere starke Paraden, was der Mannschaft sichtlich Stabilität verlieh. Vorne war es vor allem Merit Müller, die in der Schlussphase Verantwortung übernahm und sich mehrfach erfolgreich durchsetzte. Auch Frida Heimann und Maira Völker trugen dazu bei, dass die zweite Halbzeit mit 14:13 fast ausgeglichen gestaltet werden konnte.
Dass man in Berlin verlieren kann, steht außer Frage. Die Art und Weise der ersten Halbzeit wird jedoch intern aufgearbeitet werden müssen. Positiv festzuhalten bleibt, dass die Mannschaft nach dem Seitenwechsel Charakter zeigte und verhinderte, dass die Niederlage in noch deutlichere Regionen abrutschte.
Am Ende steht ein verdientes 35:22 für die Spreefüxxe, das der Mannschaft schmerzhaft vor Augen führt, dass in dieser Liga jede Minute Unkonzentriertheit bestraft wird. Nun gilt es, die Osterfeiertage zur Regeneration zu nutzen, um im nächsten Heimspiel, im Ortsderby gegen die Frauen des Bergischen HC, wieder das Gesicht aus der zweiten Halbzeit über die vollen 60 Minuten zu zeigen.
Spielfilm: 1:1, 2:2, 8:4, 15:5, 21:9 (HZ); 23:12, 28:15, 31:17, 35:22 (Endstand).
Foto: Vincent Brosow
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