Was für ein Handball-Drama zum Jahresabschluss! In einem hochdramatischen Verfolgerduell beim 1. FSV Mainz 05 behielt der HSV Solingen-Gräfrath am Samstagabend die Oberhand. Mit einem verwandelten Siebenmeter in letzter Sekunde sicherte Deborah Spatz ihrem Team den 28:27 (16:15)-Erfolg und krönte eine kämpferische Mannschaftsleistung.
Es war das erwartet schwere Spiel beim Tabellennachbarn in der Sporthalle Gymnasium Oberstadt. Doch am Ende bewiesen die Schützlinge von Jonas Schlender genau das, was sich in den letzten Wochen bereits angedeutet hatte: Hier wächst eine Einheit zusammen, die auch in den kritischsten Phasen kühlen Kopf bewahrt.
Der Start in die Partie verlief für unsere Farben zunächst holprig. Mainz erwischte den besseren Rhythmus und zog über ein 5:3 (4. Minute) bis auf 8:4 (7.) davon. Vor allem die Defensive des HSV fand zunächst keinen Zugriff auf die quirlige Lena Feiniler am Kreis. Doch der HSV biss sich in die Partie. Als Mainz beim Stand von 14:10 (19.) erneut davonzuziehen drohte, reagierte Jonas Schlender und brachte Katja Grewe zwischen die Pfosten. Ein Wechsel, der Früchte tragen sollte.
Punkt um Punkt kämpfte sich Solingen zurück. Ein Doppelschlag von Merit Müller und Vanessa Brandt verkürzte auf 14:13, ehe Emma Elisabeth Schwitzer kurz vor dem Pausenpfiff die erste Führung zum 15:16-Halbzeitstand markierte.
Nach dem Seitenwechsel schien der HSV das Heft fest in der Hand zu halten. Die Abwehr stand nun deutlich kompakter, und im Angriff zeigten sich Deborah Spatz und Nele Spengler treffsicher. In der 40. Minute erhöhte Spengler auf 20:24, ein komfortabler Vorsprung, der eigentlich Sicherheit geben sollte.
Doch die „Meenzer Dynamites“ gaben sich nicht geschlagen. Begünstigt durch Zeitstrafen gegen den HSV und eine überragende Aurora Kryeziu im Mainzer Tor, die gleich mehrere Großchancen unserer Mädels zunichte machte, schmolz der Vorsprung dahin. In der 50. Minute glich Mainz zum 26:26 aus. Die Halle kochte, die Schlussphase wurde zum absoluten Nervenkrieg.
Als Lena Feiniler in der 58. Minute für Mainz zum 27:27 ausglich, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Der HSV vergab den nächsten Angriff, doch auch Mainz konnte nicht mehr entscheidend vollstrecken. Dann die dramatische Schlussminute: Solingen erkämpfte sich 22 Sekunden vor dem Ende den Ball. Ein letzter Angriff, ein Foul der Mainzer Abwehr. Siebenmeter für den HSV in der letzten Sekunde.
Die Last der Verantwortung lag auf den Schultern von Deborah Spatz. Äusserlich seelenruhig trat sie an und verwandelte sicher zum 27:28-Endstand. Direkt danach ertönte die Sirene und der Jubel kannte keine Grenzen mehr.
Fazit: Tabellenplätze getauscht
Mit diesem hart erkämpften Auswärtssieg zieht der HSV Solingen-Gräfrath in der Tabelle am 1. FSV Mainz 05 vorbei und klettert mit nun 13:9 Punkten auf den 6. Platz. Dieser Erfolg ist ein deutliches Signal: Die Mannschaft hat die Reife und den Zusammenhalt, um auch solche „Krimis“ für sich zu entscheiden.
HSV: Tor: Eckhardt, Grewe; Feld: Spatz (11, 5), Schwitzer (5), Müller (3), Spengler (3), Brandt (3), Völker (1), Pickrodt (1), Nikolic (1), Fabisch, Heimann, Liebetrau, Schatton, Külker
Foto: Marianthi Tsiamita
Unter diesem Artikel haben wir euch den Videospielbericht, inklusive Statement von Cheftrainer Jonas Schlender, verlinkt.


